Trainer Portrait: Alina Wandelt

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TSL: Hallo Alina, wir haben dich ja nun schon als unsere GO Korrespondentin kennengelernt, magst Du uns zu Anfang ein bisschen was über dich selbst und deine Tätigkeit als selbstständige Trainerin erzählen?

Alina Wandelt (AW): Gerne! Ich heiße Alina Wandelt und bin 25 Jahre alt. Schon in früher Kindheit verfiel ich dem Pferdefieber und erhielt zunächst eine klassische Reitausbildung. Das Westernreiten übte jedoch eine große Faszination auf mich aus und ich hatte das Glück, bereits als Jugendliche  viele Erfahrungen durch das Reiten und Vorstellen unterschiedlicher Pferde sammeln zu können. Mein erstes eigenes Pferd BOO BARS BADGER kauften wir dreijährig; ich bildete ihn selber aus und nahm erfolgreich an meiner ersten German Open mit ihm teil. Nach dem Abitur folgten verschiedene Praktika in Deutschland und den USA. Hauptsächlich wurde ich durch meine Co-Trainer Tätigkeit bei Keith Long geprägt. Diese ging in die Ausbildung zur Pferdewirtin Westernreiten auf der Circle L Ranch und auf dem Schäferhof über. Mit erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung wurde mir wegen sehr guter Leistung der Trainer B verliehen.

Seit 2015 bin ich stolze Besitzerin von HC GOOD N WISELY und kann auf zwei sehr erfolgreiche Jahre zurückblicken: 2017 gelang es uns, den Hattrick aus dem letzten Jahr auf der GO mit drei Goldmedaillen zu wiederholen und uns unter anderem den Titel FEQHA Vize Europameister Junior Hunter Under Saddle zu sichern. Derzeit arbeite ich mit meinem Lebensgefährten auf der Owlhill Ranch in Schillingstadt als Trainerin im Allround-Bereich, gebe mobilen Reitunterricht und Kurse und nehme Pferde in Beritt.

Alina

TSL: Wie bist du dazu gekommen, Trainerin zu werden, was hat Dich dazu motiviert? Was ist Deine Trainingsphilosophie?

AW: Hier kann ich ganz klar sagen, ich lebe meinen Traum. Dies ist mir auch dadurch möglich, dass mein Lebensgefährte das gleiche Ziel verfolgt. Anderen Menschen mit ihren Pferden Hilfestellung dahingehend zu bieten, gemäß ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten als Team zusammenzufinden, macht mir große Freude. Ganz getreu meinem Motto „All in a Pleasure“ (frei übersetzt) stehen die mentale Zufriedenheit des Pferdes und ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter an oberster Stelle. Gegenseitiges Vertrauen bildet hier die Basis für ein erfolgreiches und befriedigendes Miteinander. Vorstellungen des Besitzers und das Vermögen des Pferdes werden in einem individuellen Trainingsplan zusammen gebracht. In täglichem Handling und Bodenarbeit wird das Fundament für die folgende Reitausbildung geschaffen. Deren Grundlage bildet immer eine solide Basisausbildung, in welcher Durchlässigkeit und Rittigkeit besonders gefördert werden. Neben seinen körperlichen Möglichkeiten kommt dem Interieur des Pferdes eine große Bedeutung zu. Innere Ausgeglichenheit und mentale Zufriedenheit sind Voraussetzungen für erfolgreiches Training, diese Eigenschaften kann ich durch gezieltes Training ebenfalls beeinflussen. Meine Trainingsschwerpunkte liegen auf Western Pleasure, Western Horsemanship, Hunter Under Saddle, Jungpferdeprüfungen, Halter, Longe Line, Hunt Seat Equitation, Western Riding, Trail und Showmanship.

TSL: Du wirst ja von Stübben gesponsert, kannst Du uns etwas darüber erzählen, zum Beispiel wie es dazu kam?

AW: Ich wurde von Ani Jentsch von Stübben angesprochen, die auf der Suche nach erfolgreichen Hunter Reitern war. Schnell entwickelte sich hier die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich konnte den Sattel bereits ausprobieren und er bietet ein absolut traumhaftes Reitgefühl. Er wird gerade individuell auf mein Pferd angepasst und ich freue mich unheimlich, dass ich ihn im Frühjahr erhalten werde.

TSL: Auf den German Open dieses und letztes Jahr konntest Du einige Siege erreiten, welcher davon war der emotionalste für Dich?

AW: Das ist jetzt ein bisschen schwierig, denn es gab da mehrere entscheidende Momente für mich. Im letzten Jahr war es sicher die dritte Goldmedaille, die ich erhielt, nachdem Bobby schon bestes Jungpferd in der Basis und im Trail geworden war. Natürlich war es mein Ziel, diese Vorgabe auch in diesem Jahr zu erreichen, wenn es sich jedoch dann tatsächlich so ereignet, ist man schon überwältigt.

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Alinas Logo; Design: Marisa Maloch

TSL: Du trainierst zurzeit ja auf der Owhill Ranch und bist dort nicht der einzige Trainer, neben Dir ist auch Joschka Werdermann dort tätig, wie ist es für Euch beide so im Alltag? Unterstützt ihr Euch gegenseitig? Was konntet ihr beide von dem jeweils anderen lernen?

AW: Ganz klar geht es in solch einem Beruf ohne die Unterstützung des Partners nicht. Wir verfolgen jedoch beide die gleichen Ziele und haben beide die gleiche Grundlage für unsere Arbeit, das macht es einfach und ermöglicht gegenseitige Motivation. Gut ist, dass wir uns direkt vor Ort austauschen und den ein oder anderen Aspekt aus dem Blickwinkel des jeweils anderen fachkundig betrachten können. Das ist für die Arbeit sehr gewinnbringend.

TSL: Was uns außerdem interessieren würde: Kannst Du auch noch etwas zu Deinen Erfahrungen auf der Q17 erzählen – gerade im Hinblick auf den Vergleich mit der German Open ?

AW: Am schönsten finde ich auf der GO immer das Zusammenkommen vieler netter Leute. Es ist der absolute Höhepunkt der EWU! Besonders toll ist die freundschaftliche Atmosphäre. Man ist nie alleine. Alle freuen sich mit einem und am Samstagabend wird kräftig gefeiert. Es ist nicht einfach nur eine Meisterschaft, sondern ein Urlaub mit Freunden und unserem Partner Pferd, geprägt von Fairness und gegenseitigem Respekt. Dieses Jahr bin ich wieder für den Kader geritten, das ist natürlich auch ein gigantisches Erlebnis im Team. Die Q ist dagegen sehr professionalisiert in der Hinsicht, dass man schon als „Einzelkämpfer“ auftritt, das bringt natürlich der internationale Aspekt dieser Veranstaltung mit sich. Das Leistungsniveau ist sehr hoch und ohne eine gewisse Souveränität hat man es sicher nicht ganz leicht. Schön ist, dass ich viele neue tolle interessante Menschen kennengelernt habe. Ich freue mich schon wieder auf nächstes Jahr.

Appaloosa Company
Appaloosa Company

TSL: Nun haben wir gehört, dass in näherer Zukunft ein Umzug bei Euch ansteht – wohin geht es denn? Wieso habt ihr Euch zu diesem Schritt entschlossen? Wie ist die Anlage?

AW: Tatsächlich planen wir für den Februar nächsten Jahres unseren Umzug zur Appaloosa Company auf die Anlage der Familie Götz in Büttelborn-Worfelden im Rhein-Main-Gebiet. Reithalle, Außenplatz, Longierhalle, Roundpen, Führanlage, Kalt- und Warmwasserwaschplatz, Pferdeföhn, Cuttingmaschine (50 m) und Vieles mehr ermöglichen hier optimale Trainingsbedingungen für jede Disziplin des Westernreitens. Wir verlassen die Owlhill Ranch mit einem weinenden Auge, da uns hier nicht nur ein toller Rahmen für den Beginn unserer Trainertätigkeit gegeben wurde, sondern weil die Zusammenarbeit mit Kalle Wetterich und seiner Familie stets Teamwork war und wir hier viele Freunde gewonnen haben.

TSL: Vielen Dank, Alina, wir wünschen Euch viel Glück für die Zukunft!


TSL: Alina, most of our readers might already know you as one of our German Open correspondents – can you tell a little bit more about yourself and how you became a horse trainer?

Alina Wandelt (AW): Sure! My name is Alina Wandelt, I am 25 years old and I’ve been addicted to horses since I was a child. I started out as a dressage rider, but was very fascinated by all the Western events. As a Youth rider I was lucky to have had the chance to show a variety of different horses in order to gain experience. We bought my own first horse Boo Bars Badger as a three-year-old; I trained him myself and had a very successful first German Open with him. After my high school graduation I worked as an intern in Germany and the States. I learned a lot during my time as Keith Long’s assistant. After I completed my training successfully I was awarded the “Trainer B” due to my exceptional grades. I got my current horse HC Good N Wisely in 2015 and had two great years in the show pen with him: We were able to repeat our Hattrick in 2017 by winning three gold medals at the GO and were named the European Reserve Champion in Junior Hunter Under Saddle at the ECQH. I am currently working at the Owlhill Ranch in Schillingstadt, Germany, as a trainer for all-round horses.

Alina

TSL: Why did you decide to become a horse trainer? What motivates you? What is your training philosophy?

AW: I have to stress that I am just living my dream. Which is partly only possible since my boyfriend is doing the same thing. I love helping people with their horses and make them a team. As my motto “All In A Pleasure” says: The most important thing is that both, horse and rider, are happy which is only the case if they trust each other. Each horse is trained individually according to its potential. We also do a lot of ground work to create a good basis for further training in which we focus on creating good-minded horses that can be ridden by anyone. It is not only the horse’s exterior which makes it a great performer, but its mindset as well: As trainers we are able to positively influence the horse’s mindset. I prepare horses for Western Pleasure, Western Horsemanship, HuS, “Jungpferdeprüfungen”, Halter, Longe Line, Equitation, Western Riding, Trail and Showmanship.

TSL: You are sponsored by Stübben – how did that happen?

AW: I was called by Ani Jentsch who works for Stübben, because she was searching for people who have successfully competed in HuS. We clicked right away and have been working together since then. I was able to try my new saddle and it is amazing! The saddle is currently worked on so it will fit perfectly for my horse. I am so excited – it will arrive in spring!

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Alina’s Logo; design: Marisa Maloch

TSL: You were super successful at the past GO – which win was the most emotional?

AW: This is a tough question since there were many great moments… Last year, it was the third gold medal we have won after Bobby had already been best youngster in Trail and “Jungpferde Basis”. I think I was aiming to repeat this success, and when it really happend, it felt unreal!

TSL: You are currently based at Owlhill Ranch working together with Joschka Werdermann – how do you support each other? Were there things you learned from one another?

AW: I think there is no way to do this job without your partner’s support. We have the same goals and the same training philosophy which makes it easy to work together. I think it is great to work together at the same facility and always have someone who can criticize your work.

TSL: You have competed at the GO and the Q17 –  what are major differences between those big shows?

AW: I love how people get together at the GO. It is the ultimate highlight of the EWU show season. The atmosphere is very friendly and familiar. One is never alone at the GO and the party on Saturday night is great. It is not only a championship, but rather a holiday with family and friends. I was part of the Ba-Wü squad again this year and it has been a great team experience! The Q, however, is a very professional event where you are on your own which is partly due to the many international competitors coming together. The level of competition is very high and you need to develop a certain amount of aplomb to make it there. I really enjoyed meeting many new people and am excited for next year.

Appaloosa Company
Appaloosa Company

TSL: Rumor has it you are moving to a new facility soon – where will you go and why?

AW: We will move to the facility of the Götz family in Büttelborn, in the Rhine-Main area. It has everything we need to train horses: indoor and outdoor arenas,a longing arena, a round pen, a washing area with cold and warm water, cutting machine and solarium. We are, however, sad to leave the Owlhill Ranch, because the training conditions were great there and we have developed a great friendship with Kalle Wetterich and his family who run the farm.

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