Es ist der absolute Traumjob für viele Reiter – und Nina Müller hat ihn

Taking care of the 'models' is part of the job as well. Picture: Müller

Nina Müller ist APHA Europameisterin, Landesmeisterin der EWU – und hat mittlerweile einen Job, von dem sicher viele andere Reiter auch träumen. Sie arbeitet bei Krämer Pferdesport, einem der größten Unternehmen für Reitsport-Equipment in Deutschland. Als erfolgreiche Westernreiterin ist Nina auch genau im Einsatz, wo ihr Fachwissen aus der AQHA-, APHA und EWU-Szene gebraucht wird: im Westernbereich, den die Firma auch seit Jahren stetig ausbaut.

TSL: Nina, Du bist mit dem Studium fertig und hast mittlerweile einen Job bei einem der bekanntesten Reitsportgeschäfte Deutschlands. Wie kam es dazu?

Nina Müller (NM): An den Job bin ich durch mein Duales Studium gekommen – damit bin ich Ende September endlich fertig geworden. Vergangenes Jahr im November kam mein Chef bei Krämer auf mich zu und fragte, ob ich Interesse hätte, die Stelle als Einkäuferin des Westernbereichs bereits ab Dezember zu übernehmen. Damals war ich noch mitten im Studium und eigentlich hatte ich immer gesagt, ich möchte nach dem Studium zu meinem Freund Lukas nach Köln, weil die Fernbeziehung doch einiges an Kraft kostet … Aber nachdem dann die Chance da war, meinen absoluten Traumjob anzutreten, musste ich einfach zusagen. Drei Monate hatte ich dann noch einmal in der Uni Theoriephase: In der Zeit war ich dann – soweit es irgendwie möglich war – im Büro und habe versucht, dringend anfallende Sachen zu erledigen. Zum Glück hat mich in der Zeit eine ganz tolle Kollegin vertreten. Seit April bin ich jetzt ganz offiziell auf der Stelle. Parallel musste ich noch meine Bachelorarbeit schreiben, aber auch das hab ich mehr als erfolgreich überstanden. Die offizielle Bezeichnung des Jobs ist Junior Manager of Purchasing and Product Development – das beschreibt die Stelle auch eigentlich ganz gut.

Nina und Iota Be A Loper; Bild: Adrienne Jüliger
Nina und ihr Pferd Iota Be A Loper; Bild: Adrienne Jüliger

TSL: Was dürfen wir uns denn darunter genau vorstellen?

NM: Es gehört so unglaublich viel zu dieser Stelle dazu. Ich bin für das komplette Western-Sortiment zuständig, entscheide darüber, welche Artikel bleiben und was für Artikel neu dazukommen. Gemeinsam mit unseren Designerinnen gestalten wir die ganze Damenkollektion und die Pferde-“Mode“. Ich entscheide über Farben, Formen, Schnitte – also eigentlich über alles. Darüber hinaus bin ich für die Gestaltung meiner Seiten im Katalog zuständig: Das heißt, ich organisiere die Shootings, entscheide über Models, Location, Fotograf, entwickle gemeinsam mit unseren Grafikdesignern das Layout der Seiten … Zusätzlich bin ich dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, dass genügend Ware vorrätig  ist und die Lieferanten ihre Liefertermine einhalten. Deswegen, und auch, um die Qualität der Produkte zu gewährleisten, geht es für mich auch noch dieses Jahr nach Indien und China.

Nina bei der Arbeit; Bild: Müller
Nina bei der Arbeit; Bild: Krämer Pferdesport

TSL: Wovon lässt Du Dich denn bei der Auswahl der Farben, Schnitte etc. inspirieren?

NM: Zum einen sehe ich ja, dadurch dass ich selber auf Turnieren unterwegs bin – auch wenn in letzter Zeit vor allem als Zuschauer – was die Leute in der Szene gerade tragen und was „in“ ist. Außerdem hole ich mir viel Inspiration in den sozialen Medien. Bezüglich Schnitten und Farben greifen wir unter anderem auch oft auf Trendvorhersagen großer Modeinstitute zurück – auch wenn man hier ein wenig vorsichtig sein muss, da sich nicht jeder Trend auch auf die Pferdewelt übertragen lässt. Außerdem versuche ich, bei bereits vorhanden Produkten auf dem Markt eventuell auftretende Schwachpunkte zu identifizieren und gemeinsam mit unseren Designerinnen noch bessere Lösungen für den Kunden zu finden. Und zu guter Letzt fließt natürlich doch auch ein wenig der persönliche Geschmack mit hinein.

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Bild: Krämer Pferdesport

TSL: Hast Du selbst ein Lieblingsprodukt aus dem Western Sortiment?

NM: Mein erstes Produkt, das ich sozusagen für Krämer in den Markt geworfen und selber entwickelt habe, war das Showblanket, das im aktuellen Krämer-Katalog zu finden ist. Aber mein eigentliches Lieblingsprodukt, seitdem ich den Job ausüben darf, kommt leider erst mit dem nächsten Frühjahr/Sommer-Katalog raus und muss deswegen noch ein Geheimnis bleiben …

TSL: Kannst Du einen normalen Arbeitstag beschreiben?

NM: Nicht jeder Tag bei mir ist gleich. Diese Abwechslung und Vielseitigkeit weiß ich unglaublich zu schätzen. Glücklicherweise habe ich sehr humane, feste Arbeitszeiten, die mir auch erlauben, mein Hobby weiterhin ausüben zu können. Meistens beginnt der Tag damit, die angefallenen E-Mails von Lieferanten, Kunden oder Kollegen abzuarbeiten. Je nachdem, in welcher Phase ich mich dann befinde, entwickeln wir gemeinsam mit unseren Designern neue Produkte, kommentieren angekommene Muster, planen Shootings, bestellen Durchläuferartikel, kümmern uns um anfallende Reklamationen oder entwerfen gemeinsam mit unserem Grafik-Team die neuen Katalogseiten. Es kommt noch viel mehr dazu, aber wenn ich das aufzähle, wäre ich morgen noch damit beschäftigt.

TSL: Darfst Du uns verraten, was Du in Indien und China machst?

NM: Wir treffen uns vor allem mit Lieferanten, kümmern uns dort um die Einhaltung von Qualitätsstandards und besuchen unter anderem eine riesige Messe, bei der so ziemlich alles ausgestellt wird, was man sich so vorstellen kann.

TSL: Hast Du dir denn ein persönliches Ziel für diesen Job gesetzt?

NM: Grundsätzlich ist es für mich aktuell der absolute Traumjob, ich habe ganz ganz tolle Kollegen, beziehungsweise Kolleginnen. Wir sind ein junges Team und es steckt einfach so viel Potential in diesem Bereich. Mein Wunsch wäre, dass sich die Marke STONEDEEK als ernstzunehmende Marke etabliert, die nicht nur mit günstigen Preisen, sondern gleichzeitig auch mit einer überdurchschnittlichen Qualität überzeugt. Peu à peu werde ich den Bereich ein wenig umstrukturieren, alte Produkte, die meinen Qualitätskriterien nicht entsprechen, auslisten und neue Produkte zu fairen Preisen anbieten, die Turnier- und Freizeitreiter ansprechen. Aus dem Grund teste ich auch alle Sachen selber an meinem Pferd Louie oder Pferden von Freunden. Ich finde, nur so kann ich auch beurteilen, ob noch etwas an einem Produkt verändert werden muss oder nicht. Louie rollt übrigens schon jedes Mal mit den Augen, wenn ich im Sommer bei 30 Grad mit einer Winterdecke ums Eck komme, die er dann testen muss. Louie ist momentan auch das neue Deckenpferd-Model für alle Stonedeek-Decken im Shop.

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Louie als „Deckenmodel“; Bild: Screenshot, www.kraemer.de

TSL: Danke, Nina!


Nina Müller is APHA European Champion, EWU Regional Champion – and she has a job many equestrians and horse addicts dream of: She is working for Krämer Pferdesport, a big German company that sells horse tack, feed and equestrian clothing. Due to her involvement in the AQHA and APHA industry, Nina was hired for a department at Krämer Pferdesport that suits her: the Western department. Krämer has been expanding this department during the past years trying to meet the needs of both professional and amateur riders.

TSL: You have graduated from university and are now working for one of the largest horse tack stores in Germany: Krämer Pferdesport. How come?

Nina Müller (NM): I got the job during my undergraduate studies which I finished in September of this year. Last year in November, my boss asked whether I was interested in becoming the buyer of the Western Horse department. At that point, I was still studying and I always wanted to move to Cologne to live with my boyfriend, because having a long distance relationship is hard. But getting a job offer like this … I had to say yes! Three months later, I had to do some theory stuff at university: During that time I was at the office when needed and tried to work on all the urgent stuff. Luckily, I had a great colleague who jumped in for me. Since April, I officially have the job. I also had to write my bachelor thesis at that time, but I managed to do that successfully. My official title is: Junior Manager of Purchasing and Product Development.

Nina und Iota Be A Loper; Bild: Adrienne Jüliger
Nina and Iota Be A Loper; picture: Adrienne Jüliger

TSL: What are your tasks as Junior Manager of Purchasing and Product Development?

NM: I have so many tasks. I am responsible for the whole Western Horse product range, I decide which products stay and what we will add. I create the ladies collection and the horse “fashion” together with our designers. I decide which colors, patterns and styles we will use. I am also responsible for creating our pages in the catalogue: I organise shootings, book the models, the location, the photographer. Another task of mine is to make sure we have enough products at stock at the our suppliers deliver on time. To ensure that, I will travel to India and China this year.

Nina at work; picture: Müller
Nina at work; picture: Müller

TSL: What inspires you when it comes to colors and styles?

NM: I am always observing what people wear at the shows – what is “in” now. Another source of inspiration is social media. With respect to styles and colors, we also look at the trend forecasts of fashion institutes – although that is a bit tricky, as you cannot apply each “normal” trend to the horse world. I also try to find weaknesses in existing products and find better solutions together with our designers. Last but not least, my personal taste is part of the inspiration process as well.

Taking care of the 'models' is part of the job as well. Picture: Müller
Looks like every rider’s dream job. Picture: Müller

TSL: Do you have a favorite product from the Krämer Western product range?

NM: The first product I invented for Krämer was the show blanket that is displayed in the current catalogue. But my favorite is something that will be listed in the upcoming Spring/Summer-catalogue – therefore, it is still top secret.

TSL: Can you describe a regular day at your job?

NM: No day is like the day before. I really love how diverse this job is! I have regular working hours which is great, because it allows me to continue riding. My day starts with looking into my e-mail account and responding to suppliers, clients and colleagues. Depending on what needs to be done, we develop new products with our designers, comment styles, plan shootings, order all-time favorites, work on complaints and create the pages of the catalogue. It is a lot more we do, but it would take hours to list it all.

TSL: Can you tell us what you will be doing in India and China?

NM: We meet with suppliers, make sure that quality stays the same and visit a huge fair where you can look at basically anything you can imagine.

TSL: Do you have a personal goal while working at this job?

NM: I have to say that this is my dream job — I have great colleagues, mostly female, we are a young team and there is so much potential in this area. My wish would be for the brand STONEDEEK to become a respectable brand which excels in price and quality. I will change a bit of the structure within the Western department, kick out some old products and add new ones — products that are attractive for riders who show and those who don’t. That is why I test all product on my horse Louie or on friends’ horses. That way, I can check whether something need to be changed or not. I think Louie is already rolling his eyes whenever I show up at the barn with another blanket while it is 30 degrees Celsius outside. By the way: He is currently our model for all Stonedeek blankets and coolers.

 

 

Louie as a model; picture: screenshot www.kraemer.de
Louie as a model; picture: screenshot www.kraemer.de

 

TSL: Thank you, Nina!

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