Coping With Loss Part X: Nora

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In our series “Coping With Loss”, we tell stories of well-known show horses that passed away. We let their owners tell everything about the horse’s life and what is left after the pain of losing them. This part is about a horse that was known in the EWU industry: the Haflinger mare Nora. Her owner Bente Nürge tells the story of this true all-round horse.

I met Nora when I was a child and fell in love instantly. Back then, she was owned by a family friend and I was allowed to take care of her. When the owner told me, they wanted to sell Nora, I was devastated. I asked my Mom to buy Nora over and over again. In the end, she was my Christmas present in 2012, I was eleven years old at the time.

Bente and Nora, Christmas 2012

Nora and I went for trail rides a lot and my Mom was never worried. She always said that Nora would bring me home safely. Which she did – she was a bombproof horse when it came to that.

We did our first shows in 2013 and managed to work our way up to LK1B which is the highest level for Youth riders within the EWU. 

Bente and Nora at their first show

I never thought, we’d make it. In the beginning, Nora’s strong suits were a racing trot, counter canter when counter canter was definitely not asked for and a big fear of being in the arena by herself. However, she became a great all-round horse over the years. We did everything from Ranch Riding to Western Pleasure. She got the golden EWU medal in Ranch Riding and Silver in Western Horsemanship as well as Bronze in Western Pleasure.

We took home several medals at EWU Regional Championships and in 2017, we competed at the German Open for the first time. In 2019, we took home the bronze medal in Ranch Riding and we were part of the Regional Squad of Lower Saxony for several years.

Things started to get bad in June 2020 – because that was when we realized that Nora was sick. She lost a lot of weight, which didn’t worry us at first, as we had just moved to another barn and this was typical for her in such situations. Plus, she was already 20 years old at the time. But when started to have diarrhea, we called the vet. It was basically just brown water.

The vet took a stool sample from the intestines and told us that Nora had some specific worms in her intestines, those who nest into the intestinal wall. They are usually not excreted by horses. That’s why in only 50 percent of the cases vets can make that diagnosis. We dewormed our horses on a regular basis, but there is only one treatment against those specific worms and we didn’t know about it. 

But the vet gave Nora that special treatment and Nora got better, she are more – she didn’t eat at all before. She had some side effects from the deworming, but we knew about that and could handle it.

However, that only lasted a few days: After that, Nora stopped eating again, we couldn’t get the meds into her and the diarrhea got worse. We took her to the clinic where she got an infusion, so that she would eat again. Those days at the clinic were a constant up and down. The vets told us that Nora’s intestines wouldn’t work.

I read a lot about those specific worms these days. The chance that a horse will survive those after being treated are 50 percent. Those worms are one of the worst and most common kind around horses. However, they are rarely detected, because you cannot find them in a regular stool sample.

The vets couldn’t tell whether Nora would get better and one night she got an edema in her head, so she couldn’t eat. The only way to keep her alive would be with the help of a feeding tube. The chances she would survive were really low and I decided to let her go. She had been healthy every day of her life before that happened and she had been fighting a lot, but in the end she lost that fight.

Nora taught me how to ride. She shaped me into the equestrian and human I am today. She got me through bitter times, taught me a lot and showed me that everything is possible. We had so many adventures together and they are some of my favorite memories. And as much as I’d wish for some more time with her, I know that she is happy where she is right now. 

Nora was a great pony with the biggest heart. She was my magical pony, my baby and she will always hold a special place in my heart.


Noras Geschichte

In unserer Serie „Coping With Loss“ erzählen wir die Geschichten bekannter Showpferde. Dabei lassen wir die Besitzer erzählen, was sie mit dem Pferd erlebt haben, wie sie es verloren haben und was ihnen neben dem Schmerz bleibt. In diesem Teil geht es um ein Pferd, das sich vor allem auf EWU-Turnieren einen Namen gemacht hat: die Haflinger-Stute Nora. Ihre Besitzerin Bente Nürge erzählt die gemeinsame Geschichte.

Ich habe Nora als Kind kennengelernt und war sofort verliebt. Damals gehörte sie einer Freundin unserer Familie und ich durfte mich um sie kümmern. Als sie verkauft werden sollte, war ich natürlich am Boden zerstört und lag meiner Mutter mit dem Wunsch, Nora zu kaufen, mehr als oft in den Ohren. Tatsächlich habe ich sie dann im Jahr 2012 von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt bekommen, da war ich elf.

Bente und Nora, Weihnachten 2012

Nora und ich waren früher viel ausreiten und meine Mutter hat immer gesagt, sie habe keine Angst, uns alleine losreiten zu lassen, weil Nora mich schon wieder nach Hause bringen würde. Und das hat sie auch immer getan – sie war ein absolutes Verlasspferd, was das anging.
2013 sind wir unsere erste Turniersaison gegangen und haben uns über die Jahre bis in die LK1B bei der EWU hochgearbeitet.

Das erste gemeinsame Turnier

Damit hätte ich niemals gerechnet. Früher war Nora ein Pony mit einer Stärke für Renntrab und Außengalopp und eine Prüfung allein in der Halle war für sie großer Horror. Über die Jahre hat sie sich zu einem tollen Allaround-Pony entwickelt – von Pleasure bis Ranch Riding konnten wir alles erfolgreich starten. Nora hat in der Ranch Riding die goldene EWU-Pferdemedaille bekommen, sowie Silber in der Western Horsemanship und Bronze in der Pleasure.
Wir haben zusammen mehrere Medaillen auf Landesmeisterschaften bekommen und 2017 waren wir das erste Mal auf der German Open, 2019 konnten wir uns dort die Bronzemedaille in der Jugend Ranch Riding sichern und wir durften mehrere Jahre für den Niedersachsen/Hannover Kader reiten.

Ab Juni 2020 ging es jedoch bergab – denn ab da hat sich Noras Krankheitsbild zum ersten Mal gezeigt. Sie hat unwahrscheinlich viel Gewicht verloren, was uns anfangs nicht viel Sorgen bereitet hat, denn wir hatten gerade den Stall gewechselt und sie war bekannt dafür, in Stresssituationen abzubauen. Sie war ja mit 20 Jahren auch nicht mehr die Jüngste. Doch nachdem sie dann noch Durchfall bekommen hatte, haben wir sofort den Tierarzt gerufen. Es war wirklich mehr braunes Wasser als alles andere.

Die Tierärztin hat eine Kotprobe aus dem Darm genommen und konnte auch nur so den Wurmbefall feststellen. Nora hatte kleine Strongyliden, das sind Würmer, die sich in die Darmwand der Pferde einnisten. Sie werden daher meist nicht ausgeschieden. Bei der Hälfte der Fälle wird die Diagnose gestellt. Wir haben zwar regelmäßig entwurmt, aber bei dieser Art hilft nur eine bestimmte Wurmkur – und so genau kannten wir uns mit Würmern und Wurmkuren doch nicht aus.

Nora bekam die spezielle Wurmkur von der Tierärztin und in den ersten Tagen ging es ihr dann auch besser, sie hatte wieder mehr Appetit und hat normal gefressen, was sie davor eingestellt hatte. Sie hatte Nebenwirkungen von der Wurmkur, was wir aber wussten und so entgegenwirken konnten.

Leider hielt das aber nur wenige Tage an, sie hat aufgehört zu fressen, die Medikamente nicht angenommen und der Durchfall ist schlimmer geworden. Wir haben sie dann nach Rücksprache mit der Tierärztin in die Klinik gefahren, dort hat sie Infusionen bekommen, damit sie wieder fressen kann. Die Tage in der Klinik waren ein Auf und Ab. Die Tierärzte sagten, dass Noras Darm nicht mehr wieder richtig anspringt. Durch das massenhafte Ausscheiden der Würmer, hat der Darm nicht wieder gearbeitet.

Ich habe zu der Zeit mich viel mit dem Thema Strongyliden beschäftigt. Die Überlebenschance liegt mit Behandlung wohl bei 50 Prozent. Diese Würmer sind eine der häufigsten und gefährlichsten Arten, die es bei Pferden gibt. Sie wird nur selten entdeckt, weil die Würmer nicht in einer normalen Kotprobe zu finden sind.

Es war nicht absehbar, ob sie wieder gesund wird und in der letzten Nacht in der Klinik hat Nora dann ein Kopfödem entwickelt, was sie am Fressen gehindert hat. Die einzige Möglichkeit, sie am Leben zu erhalten, wäre gewesen, sie über eine Magensonde zu ernähren. Die Chancen standen sehr schlecht. Ich habe mich dann entschieden, sie gehen zu lassen. Sie war davor immer gesund und fit, hat da wirklich gekämpft, aber das hat sie nicht geschafft.

Auf Nora habe ich wirklich reiten gelernt. Die Reiterin – und der Mensch – der ich heute bin, bin ich zum größten Teil dank Nora. Sie hat mir durch schwere Zeiten geholfen, mich unglaublich viel gelehrt und mir gezeigt, dass viel mehr möglich ist, als man manchmal denkt.
Wir haben so viele Abenteuer zusammen erlebt, von denen die meisten zu meinen schönsten Erinnerungen gehören. Und so sehr ich mir mehr gemeinsame Zeit gewünscht hätte, weiß ich, es geht ihr gut, wo immer sie jetzt ist.
Nora war ein ganz besonderes Pony mit einem großen Herzen. Sie war mein Zauberpony, mein Nörchen und sie wird immer einen festen Platz in meinem Herzen haben.

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