Die perfekte Verkaufsanzeige für den europaweiten Markt

Aussagekräftige Bilder soll sie haben, möglichst viel Information enthalten und am besten postet man das Video gleich mit: Wer heutzutage ein Pferd verkaufen möchte, muss sich daran orientieren, was der Markt – ergo das Internet – ihm vorgibt. Dass man hochqualitative Bilder, auf denen das Gebäude des Pferdes gut zu erkennen ist, hochladen sollte, ist heutzutage fast überall bekannt. Auch beim Thema Video wissen die meisten, dass verwackelte Handyvideos eher unangebracht sind. Was allerdings immer noch oft auffällt, ist, dass die viele der Anzeigen insofern unprofessionell sind, als dass sie häufig in inkorrektem Deutsch und noch schlechterem Englisch verfasst sind. Dass der potenzielle Kunde auch eine Anzeige in gebrochenem Englisch verstehen mag, ist eine Sache – professioneller wirkt es aber allemal, wenn der schriftliche Text die Qualität der Bilder und Videos – und des Pferdes allgemein – widerspiegelt. Da heutzutage eben nicht nur Pferde innerhalb Deutschlands verkauft werden, sondern auch über die Grenzen hinaus, hilft es immer, wenn man die Verkaufsanzeige auch in der Weltsprache Englisch abdruckt. Insofern folgen in diesem Artikel ein paar kleine Tipps, wie man sein Pferd am besten “promoted”:

Einfache Formulierungen:

  • Eingeleitet wird die Anzeige von „For sale“, oder eleganter: “Offered for your consideration”
  • Ein Pferd ist immer von (= by) einem Hengst und aus (= out of) einer Stute.
  • Möchte man ausdrücken, dass das Pferd erfolgreich in verschiedenen Disziplinen vorgestellt wurde, so schreibt man: “This horse has been successfully shown in various events.” War das Pferd in einigen Disziplinen erfolgreich und wird gerade in anderen weiter ausgebildet, so schreibt man beispielsweise: “She is currently winning in Western Pleasure and Trail and started in Showmanship and Horsemanship.” Englischklassen wie Hunter under Saddle und Hunt Seat Equitation werden als „English events“ bezeichnet, alles andere außer Reining, Rinderdisziplinen und Ranch Riding als „allround events“. Natürlich kann man auch schreiben “Ready to show in…”
  • Handelt es sich um Fohlen, so ist ein weibliches Fohlen ein „filly“, ein männliches ein „colt“.
  • Hat das jeweilige Fohlen noch keinen Namen, verwendet man den Begriff „name pending“
  • Möchte man die Vorzüge wie Aussehen, Bewegungen oder Charakter des jeweiligen Pferdes herausstellen, so schreibt man beispielsweise: “This mare has got the looks (=Aussehen), is an excellent mover (= Bewegungen/Beweger) and is very good-minded (= ruhiger/guter Charakter).” Mit Hinblick auf den Charakter kann man überdies schreiben: “The horse is easy to handle and can be ridden by anyone”, was heißt, dass das Pferd von jedem, egal ob erfahrener Reiter oder Anfänger, geritten und gehändelt werden kann.
  • Der Begriff „dam“ wird anstatt „mother“ verwendet, „sire“ anstatt „father“.
  • Hengste sind oftmals bekannter als Vererber als Stuten. Möchte man also hervorheben, dass die Mutterstute eines Fohlens von Hengst XY abstammt, so kann man dies folgendermaßen ausdrücken: His dam is an own daughter of XY.
  • Ist die Mutterstute selbst erfolgreich geshowt worden und hat vielleicht auch einige Titel gewonnen, so schreibt man beispielsweise: His dam is an European Champion herself.
  • Ist das zu verkaufende Pferd ein Vollgeschwister zu einem bekannten Pferd, wird das folgendermaßen ausgedrückt: She/he is a full sister/brother to XY. Man verwendet „to“, nicht „of“.
  • “He knows vet, farrier, lungeing, trailer…”, heißt, dass das Pferd die Grunderziehung beherrscht und sich beim Tierarzt, Hufschmied, Hängerfahren und Longieren benimmt.
  • Möchte man seine Stute als Zuchtstute verkaufen, zum Beispiel aufgrund einer Verletzung, wird dies so ausgedrückt: “Broodmare sound only, due to previous injury.”
  • Gerade bei Pleasurepferden oder Nachwuchs, der es mal werden soll, eignen sich Begriffe wie „deep hock(ed)“ oder „slow legged“ zur Beschreibung der Gänge.
  • Doppelt registrierte Pferde sollte man auch als solche bezeichnen: „double registered“ oder „AQHA/APHA registered“.
  • “Sells into show home only!“ = Das Pferd wird nur an Turnierreiter verkauft, die es weiter fördern.
  • Bei Paint Horses, die eine schöne Zeichnung haben, kann man das in der Anzeige als „with lots of chrome“ umschreiben.
  • Steht das Pferd bei einem Trainer, schreibt man: “The horse is currently in training with XYZ.”
  • Besonders für Züchter und Turnierreiter sind Futurity-Programme immer wichtig: Ist das Pferd einbezahlt in diverse Programme, drückt man das folgendermaßen aus: “She is enrolled in the NSBA and DQHA Futurity program as well as Incentive Fund paid-in.”
  • Turnierleistungen und Erfolge zählt man unter dem Stichwort “show record” auf.
  • Am Ende listet man die eigenen Kontaktdaten wie folgt auf: “Please contact XYZ for more information.” “Information” ist im Englischen ein Pluralwort, ergo heißt es nicht “informations” oder “infos”.
  • Generell: Im Englischen werden Nomen klein geschrieben, es sei denn, es handelt sich um feststehende Begriffe, Namen, Nationalitäten etc.

Inspiration suchen:

Da wir auch nicht jede Formulierung auflisten können, ein allgemeiner Tipp: Auch wenn man selbst gerade kein Pferd sucht, ist es sinnvoll, die ein oder andere Verkaufsanzeige von amerikanischen Züchtern durchzulesen, um ein Gespür für gewisse Formulierungen zu bekommen. Man sollte sich allerdings an die Anzeigen der großen Züchter halten, da bei diesen am ehesten gegeben ist, dass die Anzeige in schöner Sprache verfasst ist.

Durchlesen lassen:

Da heutzutage fast jeder einen Trainer oder Reiter aus den USA kennt, ist es immer ratsam, die Anzeige auch einmal kurz gegenlesen zu lassen.

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