The Inspiring Story of Stefanie Dietrich

I started riding horses when I was six years old. When I was 16, I knew: This is my dream job. So I started working at the state stud farm in Saxony-Anhalt, Germany. I wanted to become a fully qualified groom, majoring in breeding. After three years of being trained I was offered further training to become a horse trainer. I graduated with honors. After that, I managed a little facility in Westphalia, another part of Germany, I showed horses and accompanied clients to horse shows. In 2009 I passed my first examination for my master’s certificate. I worked at several facilities, especially with the young horses. I loved them and I got along with them very well. In 2015, I passed another examination for my master’s certificate in breeding. In conclusion, I was allowed to train young people for these jobs I did myself. I was never over-ambitious and wanted to show in Aachen, I just wanted to work with my young ones, watch them learn. I did dressage on L level and jumping on M* level.

On the first of October in 2016, I had an accident while loading a young horse on a truck. I ripped off a part of my index finger, broke my middle finger and smashed my hand. Afterwards, I developed a so-called CRPS syndrome and Morbus Sudek. This illness is widely unknown and doctors hardly know any reasons for it. After I was diagnosed with it, I went to rehab for four months. The doctors did anything to control the pain that this disease causes within the nerves. I had to take strong medicine and was hardly allowed to do anything. I had to undergo physiotherapeutic, psychotherapeutic and ergotherapeutic treatments and I had to understand what all this meant. My wrist moved into a grotesque position by itself, so the fingers would clench to my arm. The arm was a part of my body, but it also had its own life. It hurt so much, it could not be touched or washed. I couldn’t stand the pain. When I got home, I couldn’t leave the house. If it was windy, the hand hurt, if it was warm and sunny, the hand hurt, if it was rainy, the hand hurt and don’t get be started about the times when it was cold. I could put on a sweater or jacket, because of the position of the hand. I wasn’t allowed to touch it. So I barely laid in bed or on the couch to cope with the paint. After a long time, the doctors told me to think about amputation. And that – this I know now – was the right decision.

TSL: How do you deal with your daily life? Did your experience as a rider help you in any way?

Stefanie Dietrich (SD): I am still very driven, I try to work out as much as possible with and without the prosthesis. I know that training takes time and that every day is different. I am still a team player: Before the team was me, the horse, the owner, the vet… Today the team consists of me as an athlete or patient, the trainer, the physiotherapist, the ergotherapist, the orthopedist and many doctors. 

TSL: Have you ever been on a horse again?

SD: Yes! I got back on a horse and most things still work out well. But of course, it is different. Let’s see where this goes.

TSL: But you are still very active, right?

SD: I got into para athletics and focus on javelin. I did long jump, but the javelin suits me a bit more. 

TSL: How do you manage to stay positive?

SD: I have always been a positive person and I arranged myself with the accidents and what happened after that. Sure, this is all terrible and I do not ever wish this to happen to anyone, but it could be worse! I try not to tell myself what I can’t do, but am thankful for everything that works out with the left arm and the prothesis.


Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu reiten. Mit 16 Jahren – nach der 10. Klasse – war klar, das und nichts anderes ist mein Traumjob! Also begann ich im Landgestüt Sachsen Anhalt meine Ausbildung als Pferdewirt mit Schwerpunkt Zucht und Haltung. Nach drei Jahren Ausbildung bekam ich das Angebot, weitere zwei Jahre eine Ausbildung als Pferdewirt Reiten anzuhängen, was ich auch tat. Beide Ausbildungen konnte ich mit Auszeichnung bestehen. Im Anschluß daran hat es mich über einen kleinen Umweg nach Westfalen verschlagen. Hier leitete ich einen kleinen Reitbetrieb, stellte Pferde auf Turnieren vor und begleitete Reitschüler auf Turniere. 2009 bestand ich dann meine erste Meisterprüfung – plötzlich war ich Pferdewirtschaftsmeisterin in der klassischen Reitausbildung. Danach war ich in unterschiedlichen Betrieben hier im Umkreis angestellt und mein Schwerpunkt lag immer in der Ausbildung junger Pferde. Daran hatte ich einfach am meisten Spaß und dafür hatte ich auch ein Händchen. 2015 kam dann der zweite Meisterbrief und ich war Pferdewirtschaftsmeisterin in Zucht und Haltung. Auch das war geschafft und von nun an durfte ich diese beiden Schwerpunkte auch ausbilden – vorher ging „nur“ der Schwerpunkt Reiten. Ich selbst hatte nie die Ambitionen beispielsweise in Aachen zu reiten, ich wollte einfach nur meine jungen Wilden trainieren und zugucken, wie schnell die Zwerge lernen. Deshalb hab ich auch nur Dressur bis L und Springen bis M* auf Turnieren geritten.  

Ich hatte am 1. Oktober 2016 einen Arbeitsunfall beim Verladen eines jungen Pferdes. Dabei habe ich mir ein Stück Zeigefinger abgerissen, den Mittelfinger gebrochen und die Hand geklemmt.  Die Folgen des Unfalls waren beziehungsweise sind, dass sich – wahrscheinlich – durch die Nervenverletzung am Zeigefinger ein sogenanntes CRPS Syndrom oder auch Morbus Sudeck entwickelt hat. Diese Krankheit ist leider wenig erforscht, weshalb die Ärzte die genaue Ursache dafür auch nicht kennen. Nach der Diagnose war ich viereinhalb Monate auf der stationären Reha und die Ärzte haben alles versucht, die Nervenschmerzen, die diese Krankheit verursacht, in den Griff zu bekommen. Dort hieß es für mich alle Aktivitäten runterfahren, ziemlich starke Medikamente schlucken, physio-, psycho- und ergotherapeutische Anwendungen absolvieren und irgendwie verstehen, was diese Krankheit bedeutet. Mein Handgelenk begab sich währendessen in eine groteske Stellung, sodass die Finger später am Unterarm anlagen. Der Arm war zwar noch ein Teil von mir, hatte aber irgendwie auch plötzlich sein eigenes Leben. Er tat nur noch weh, konnte weder berührt noch gewaschen werden, weil das Schmerzen verursachte, die ich nicht aushalten konnte. Als ich wieder zu Hause war, konnte ich fast nicht mehr rausgehen. Wenn es windig war, tat die Hand noch mehr weh. Wenn es sonnig und warm war, tat die Hand auch mega doll weh, das gleiche bei Regen und von Kälte wollen wir lieber gar nicht erst sprechen. Allerdings war es mir durch diese Stellung der Hand auch nicht möglich, eine Jacke oder einen Pulli anzuziehen. Ich durfte ja die Hand nicht berühren! Also lag ich fast nur noch im Bett oder auf dem Sofa, um es auszuhalten. Nach einem langem Weg und vielen Therapieversuchen rieten mir die Ärzte, über eine Amputation nachzudenken. Die Chance war 50:50, dass es dadurch eine Verbesserung gibt oder eben alles so bleibt und „nur“ ein Stück weiter oben schmerzt. Ich stimmte letzlich der Amputation zu, was auch – wie ich jetzt weiß – die richtige Entscheidung war. 

TSL: Wie schaffst Du es, den Alltag zu bewältigen? Hat Dir Deine Einstellung aus dem Reitsport geholfen?

Steffi Dietrich (SD): Ich bin nach wie vor recht zielstrebig, versuche, diszipliniert zu trainieren – sowohl beim Sport als auch mit der Prothese. Ich weiß, dass das Training Zeit braucht und nicht jeder Tag gleich ist. Ich kann gut im Team arbeiten – früher bestand das Team aus mir als Reiter, dem Pferd, dem Besitzer, dem Tierarzt… Heute besteht das Team aus mir als Athlet oder Patient, dem Trainer, dem Physiotherapeuten, dem Ergotherapeuten, dem Orthopädietechniker und verschiedenen Ärzten. 

TSL: Bist Du seitdem wieder geritten?

SD: Ja! Ich bin wieder draufgesessen und es ging noch alles recht gut. Allerdings ist es natürlich anders als vorher. Wer weiß, ob sich da nochmal irgendwas ergibt…

TSL: Du bist aber auch anderweitig sportlich aktiv, richtig?

SD: Ich bin jetzt zufällig zur Para-Leichatlethik gekommen und werfe schwerpunktmäßig Speer. Ich habe auch Weitsprung-Wettkämpfe absolviert, aber der Speer liegt mir doch ein bisschen mehr. 

TSL: Wie schaffst Du es, eine positive Einstellung zu bewahren?

SD: Ich war schon immer ein recht positiver Mensch und habe mich mit dem Unfall und den Folgen daraus arrangiert. Klar ist das alles schlimm und ich wünsche sowas definitiv niemandem, aber es könnte immer noch schlechter sein! Ich sage mir nicht jeden Tag, was alles nicht mehr geht, sondern bin dankbar über das, was ich alles schon mit links beziehungsweise mit der Prothese kann.

Related Posts