Use Your Voice Equestrian: A Campaign Against Sexual Violence

Grafik: Julian Sell

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A few weeks ago, we did a Clubhouse talk on equality and accessibility in the riding industry. After that and our story on “Equestrians for Equality”, some readers pointed out that there is a viral video on Instagram that deals with sexual violence within the riding industry. We have talked to the initiator of the campaign, Lisa Marie Kreutz, who is a successful equestrian.

Lisa, can you introduce yourself?

My name is Lisa Marie Kreutz, I am 22 years old and I am showing at jumping events (level CSI***). I am also an equestrian journalist. Together with my horses Icemen de Paep and Clintas, I travel to shows throughout Europe. I share my experiences with my community on Instagram and in my column #Kreutzbitte.

Picture: pixelevents

One of your videos has gone viral – it is about sexual violence in our industry. Why did you address the topic?

I initiated the campaign and the hashtag #uyvequestrian because I experience sexual violence myself. I want to show that anyone dealing with this is not alone. People should be encouraged to use their voice and get help. We also want to break with the taboo. But we can only do this by talking about it and that is why I am so happy that the video has caught people’s attention. I am proud of our industry and the fact that we are standing up for each other.

How did people react to the campaign?

Their reactions were amazing! After 24 hours only, the video hat 50.000 views. By the beginning of March, over 89.000 people had watched it. Many people who experienced similar things got in contact and told us that they had reached out for help and talked about what had happened. This is great and I am happy to see that we were able to help people!

Picture: Nathalie Pruß

You are also collaborating with the FN on this topic. Can you tell us what you are doing?

In September 2020, I was invited to a workshop hosted by the FN which was all about preventing sexual violence. We did a risk analysis, talked about measures on how to prevent sexual violence, created a step-by-step-plan and installed a board who helps those affected.

Usually, equestrians like to talk about their horse’s new boots, horse shows and breeding – a topic like that is not really common. What do you think: Why is that the case?

I think that equestrians are interested in more topics than those mentioned above, haha. But a topic like sexual violence is a taboo, so people don’t talk about it. We have to change that. We have to raise awareness, define boundaries and encourage those affected. Ignorance is a choice, not a solution.

What can one do to change the situation?

As I said: We have to talk about it. We should take a stand and stress that we do not accept violence in any form. We should listen to those affected, help them and increase the fines, so that perpetrators don’t stand a chance. There is a lot we can do and have to do. Everyone behind “use your voice equestrian”, including me, is working on making this campaign last and make sure that this topic doesn’t fade away, but is present in conversations.


“Use Your Voice Equestrian” – eine Kampagne gegen sexualisierte Gewalt im Reitsport

Vor kurzem haben wir in einem Clubhouse-Talk über Zugänglichkeit im Reitsport gesprochen und im Artikel über “Equestrians for Equality” die Themen Gerechtigkeit und Offenheit im Reitsport thematisiert. Daraufhin haben sich mehrere Leserinnen gemeldet und von einem Instagram-Video mit dem Titel “UYV Equestrian” berichtet, in dem es um sexuelle Gewalt im Reitsport geht. Wir haben mit Initiatorin Lisa Marie Kreutz über die Aktion, die Reaktionen auf das Video und die Zusammenarbeit mit der FN gesprochen.

Lisa, kannst du dich einmal kurz vorstellen?

Mein Name ist Lisa Marie Kreutz. Ich bin 22 Jahre alt, Springreiterin im internationalen Bereich (bis CSI***) und darüber hinaus als Reitsportjournalistin tätig. 
Mit meinen beiden Pferden Icemen de Paep und Clintas bereise ich Turniere in ganz Europa und teile meine Erlebnisse mit meiner Community auf Instagram (@lisamariekreutz) und in meiner Kolumne #Kreutzbitte.

Foto: Pixelevents

Ein Video von dir ist aktuell viel auf Instagram zu sehen – es geht um sexualisierte Gewalt im Reitsport. Wie kam es dazu, dass du dich des Themas angenommen hast?

Ich habe die Aktion und den Hashtag initiiert, weil ich selbst von dem Thema betroffen bin. Ich möchte zeigen, dass niemand mit dem Thema allein ist. Betroffene sollen ermutigt werden, ihre Stimme zu nutzen und sich Hilfe zu suchen. Außerdem verfolgen wir das Ziel, dieses Thema endgültig zu enttabuisieren. Das schaffen wir nur, indem wir vermehrt öffentlich darüber sprechen und darum bin ich sehr froh, dass das Video zum Thema so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Ich bin sehr stolz auf die Reitsportcommunity und den Zusammenhalt, den wir bewiesen haben.

Wie war die Resonanz?

Unglaublich. In weniger als 24 Stunden, hatten wir bereits 50.000 Views auf dem Video. Stand Anfang März haben es mehr als 89.000 Leute gesehen. Darüber hinaus haben sich viele Betroffene gemeldet, die sich nun professionelle Hilfe gesucht und sogar erstmals über ihre Erlebnisse gesprochen haben. Das ist einfach großartig und es freut mich, zu erleben, dass wir so vielen Menschen bereits helfen konnten.

Du beschäftigst dich schon länger mit dem Thema und arbeitest jetzt auch mit der FN zusammen. Kannst du erzählen, wie diese Zusammenarbeit aussieht?

Im September 2020, wurde ich von der FN zu einem Workshop zur Prävention von sexualisierter Gewalt eingeladen. Dort haben wir eine Risikoanalyse durchgeführt, Präventionsmaßnahmen besprochen und es wurde danach ein Stufenplan erstellt und eine Betroffenenrat gegründet.

Foto: Nathalie Pruß

Reiter reden gerne über neue Gamaschen, Turniere und Pferdezucht – Themen wie sexualisierte Gewalt kommen eher selten vor. Was glaubst du, warum das so ist?

Reiter haben natürlich noch mehr Interessen als diese Beispiele. (lacht)
Aber dass genau so ein Thema eher selten besprochen wird, liegt daran, dass es eigentlich tabu ist. Über so etwas wird einfach nicht gerne gesprochen. Das müssen wir aber definitiv ändern. Wir müssen das Bewusstsein dahingehend stärken, Grenzen setzen und die Thematik offen behandeln. Nur so können wir es aus der Tabuzone rausziehen und Betroffene ermutigen. Ignoranz ist eine Entscheidung, keine Lösung.

Was kann man tun, um die Lage zu verbessern?

Wie ich bereits sagte, müssen wir einfach offener mit dem Thema umgehen. Außerdem sollten wir uns ganz klar positionieren und zeigen, dass derartige Übergriffe in unserer Sportwelt nicht geduldet werden! Darüber hinaus sollten wir Betroffenen zuhören, Hilfe anbieten und Täter entmutigt werden, indem die Strafmaßnahmen verschärft werden.
Es gibt so viel, was wir noch tun können und müssen. Auch die Menschen, die hinter use your voice equestrian stehen und ich, arbeiten daran, die Aktion nachhaltiger zu machen und das Thema langfristig präsent werden zu lassen.

Für alle, die auf Clubhouse sind: Der Talk “5 vor 12” dreht sich ebenfalls um das Thema.

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